
Great Bear Rainforest, USA & Canada![]()
Great Bear Rainforest ist der Name, der einem großen Gebiet des gemäßigten Küstenregenwaldes gegeben wurde, der sich von den Kodiak-Inseln bis Alaska erstreckt. Er führt durch das kanadische British Columbia bis zum von Redwood-Bäumen dominierten „Nebelgürtel“ Nordkaliforniens und macht etwa ein Viertel des weltweit erhaltenen gemäßigten Regenwaldes aus. Das Gebiet Great Bear selbst reicht von der Spitze der Insel Vancouver Island bis zum Alaska Panhandle und schließt die Queen-Charlotte- oder Haida-Gwaii-Inseln mit ein. Es ist das größte intakte Stück gemäßigten Regenwaldes, das an dieser Küste übrig geblieben ist. Gemäßigte Regenwälder zeichnen sich durch hohe Niederschlagsraten aus und verfügen über einen Erdboden, der reich an organischen Substanzen ist, sowie eine allgemein hohe Biomasse. Von tropischen Regenwäldern unterscheiden sie sich lediglich durch ihre weit kühlere Temperatur. Diese hat zur Folge, dass die Wachstums- und Zersetzungsrate langsamer ist und Baumarten wie immergrüne Nadelhölzer vorherrschen. Die Bäume in diesen Wäldern können 500 bis 1.000 Jahre alt werden. Aus diesem Grund wird ein großer Teil des Great Bear Forest als altbestehender Wald eingestuft. Great Bear ist aus verschiedenen Gründen wichtig. Der Wald ist Teil des traditionellen Territoriums der kanadischen Ureinwohner, besitzt die höchste Biomasse aller Ökosysteme auf dem Planeten, hat ein hohes Kohlenstoff-Bindungsvermögen und beheimatet verschiedene bedrohte Arten, darunter den stark gefährdeten Marmelalk, den stark gefährdeten „Geister“- oder Kermodebär, den seltenen Habicht und den Grizzlybär, der in British Columbia auf der Liste der gefährdeten Arten steht.
Die Hauptbedrohung für den Great Bear Rainforest stellt die Abholzung dar. Dabei handelt es sich größtenteils um Kahlschlag-Rodung. Das heißt, es werden 70 bis 100 Prozent der Bäume gefällt. Dadurch werden alle natürlichen Lebensräume unwiederbringlich zerstört, ebenso wie die Wildkorridore und Migrationsrouten der Tiere. Im Februar 2006 wurde das Great Bear Rainforest Agreement geschaffen, eine öffentlich-private Partnerschaft. In dieser Vereinbarung verpflichtet sich die Regierung von British Columbia gemeinsam mit den First Nations (kanadischen Ureinwohnern), der Holzindustrie, lokalen Gemeinden und Umweltschützern dazu, ein Drittel des Great Bear Rainforest vor Abholzung zu bewahren und im gesamten Gebiet ein Ökosystem-Management einzurichten. Bisher wurden 120 Millionen kanadische Dollar (ca. 78,5 Millionen Euro) zur Unterstützung des Projekts gesammelt. Darin enthalten sind je 30 Millionen CAD (ca. 19,6 Millionen EUR), die jeweils von der kanadischen Regierung und der Landesregierung British Columbias zugesichert wurden. Raincoast ist eine gemeinnützige Gruppe, deren Arbeit dem Erhalt und der Erforschung des Great Bear Rainforest gewidmet ist. Ihre Internetadresse lautet http://www.raincoast.org (auf Englisch) und bietet die Möglichkeit, zu spenden oder sich als ehrenamtlicher Mitarbeiter zu bewerben. Mount Warning National Park, Australien
Regenwälder decken lediglich rund 0,3 Prozent der Landmasse Australiens ab, doch sie beherbergen etwa die Hälfte aller australischen Pflanzenarten und ein Drittel der australischen Vogel- und Säugetierarten. Wichtig ist auch, dass in vielen Regenwäldern Australiens Pflanzenarten gondwani¬schen Ursprungs wachsen, die seit dem Zerbrechen des Superkontinentes hunderttausende von Jahren überlebt haben. Traurigerweise wurden seit der europäischen Kolonisation mehr als drei Viertel der australischen Regenwälder zerstört.
Der Mount Warning National Park umfasst ein Gebiet mit subtropischem Regenwald in Neusüdwales nahe der Grenze zu Queensland, das seit 1986 offiziell als Welterbe gilt. Beim Berg Mount Warning selbst handelt es sich um den Rhyolith-Stopfen eines erloschenen Vulkans. Die reichhaltige vulkanische Erde, in Verbindung mit der hohen Niederschlagsrate und einer relativ hohen Temperatur und Luftfeuchtigkeit, macht das Gebiet zu einem idealen Lebensraum für die Regenwaldflora und –fauna, die unter diesen Bedingungen gedeiht. Das Gebiet, das im örtlichen Dialekt der Aborigines „Wollumbin“ heißt, ist für die traditionellen Bewohner des Landes immer noch eine heilige Stätte. Das Volk der Bundjalung bittet Besucher darum, einige spirituell bedeutsame Bereiche des Nationalparks nicht zu betreten. Außerdem ist das Gebiet die Heimat von verschiedenen seltenen und bedrohten Arten, sowohl Pflanzen als auch Tieren. Dazu gehören der rote Früchte tragende Ebenholzbaum (Diospyrus mabacea), die grünblättrige Endiandra (Endiandra muelleri subsp. bracteata), der Marmorschwalm, der Braunrücken-Leierschwanz, der Mittlere Gleithörnchenbeutler und die Langflügel¬fledermaus-Art Miniopterus australis. Die größte Bedrohung für diesen Regenwald entsteht durch eingeführte Tier- und Pflanzenarten, die die einheimischen Spezies jagen oder deren Lebensraum übernehmen. Es wurden zwar einige bedrohte Pflanzenarten zum Zweck des Wiederaufbaus angepflanzt, doch es ist regelmäßiges Jäten sowie die Bekämpfung von wilden Katzen, Kaninchen, Agakröten und Ratten erforderlich. Mehr über den Mount Warning National Park erfahren Sie auf der Webseite National Parks and Wildlife Service website Mount Warning page (auf Englisch). Sunart Oakwoods, Schottland
Sunart Oakwoods ist das Überbleibsel eines gemäßigten Regenwaldes auf der Ardnamurchan-Halbinsel des schottischen Hochlands. Gemäßigte Regenwälder wie dieser bedeckten einst den größten Teil der Westküste von Schottland, Wales und Cornwall, sind jetzt jedoch sehr verstreut. Die Oakwoods liegen am Loch Sunart. Der See liefert ihnen das ganze Jahr über Feuchtigkeit, ein wichtiges Merkmal aller Regenwälder.
Zu den seltenen und bedrohten Arten in diesem Gebiet zählen Wildkatzen (von denen nur noch circa 400 Stück in freier Wildbahn leben), der Gelbwürfelige Dickkopffalter, der inzwischen nur noch in den westlichen Highlands vorkommt, der Baummarder, der Stein- und der Seeadler sowie verschiedene Otter. Darüber hinaus sind die Wälder reich an Moosen, Flechten und Leberblümchen: empfindlichen Pflanzen, die in verschmutzen Gebieten nur schwer überleben können. Die im Vergleich zum vormals bestehenden Gebiet sehr kleine Größe des Regenwalds macht seinen Erhalt und seine Wiederherstellung äußerst wichtig. Sunart Oakwoods fällt in den Zuständigkeitsbereich des Highland Council, der eine Strategie unter dem Namen Sunart Oakwoods Initiative verabschiedet hat. Sie ist Teil der Highland Forest and Woodland Strategy, deren Ziel die Regeneration des ganzen Gebiets ist. Die Initiative besteht seit über 10 Jahren. Um mehr über die Highland Forest and Woodland Strategy zu erfahren, besuchen Sie bitte die Internetseite: http://www.highland.gov.uk/yourenvironment/agriculturefisheriesandforestry/treesandforestry/highland-forest-and-woodland-strategy.htm (auf Englisch). Nähere Informationen zu Sunart Oakwoods unter http://www.sunartoakwoods.org.uk/index.htm |
|
Deutschland
USA
Canada
UK
Australien
Neuseeland
EU (English)
Frankreich
Italy
Mexico



